Das erste Schülerpraktikum an der Waldorfschule wird in der Klasse 9 durchgeführt. Das Praktikum ist eine besonders lebenspraktische Form des Unterrichtes an einem außerschulischen Lernort.
Es bietet Schülerinnen und Schülern eine umfassende Möglichkeit, reale Arbeits - und Wirtschaftswelt zu erfahren. Es macht betriebliche, wirtschaftliche, ökologische, technische, soziale und politische Prozesse begreifbar. Auch alle Unterrichtsfächer werden ihnen im realen Leben begegnen, wie z.B. Chemie (Chemische Reaktionen laufen ab, wenn Getreide wächst, wenn man aus Mehl und Sauerteig ein Brot bäckt. Ohne Chemische Reaktionen ist leben undenkbar) oder Geologie (Bodenbildung/typen, regionale Gesteinsentstehung) oder Physik (Entwicklung der Landtechnik von der Dampfmaschine, Verbrennungsmotoren bis zum Kühlraum, Solarenergie etc.)
Dafür ist das erste Praktikum , das "Landwirtschaftspraktikum" besonders geeignet. Der / die Schüler / in begibt sich in eine Arbeits - und Lebenssituation hinein, im der er / sie den Sinn einer Einheit von Beruf und Leben erkennt. Die Landwirtschaft bietet wie wenige andere Berufsfelder diese Einheit und die Möglichkeit, den Sinn der richtigen Arbeiten zur richtigen Zeit durchschaubar zu machen. Die Konsequenzen der Arbeit sind hier klar, wenn Leben erhalten werden soll (Ausmisten, Füttern, Melken, Säen, Bewässern, Ernten etc.). Wer Verantwortung für Lebewesen übernimmt muß entschieden dafür eintreten dass die Gesetzte des Lebens beachtet werden.
 Die Überschaubarkeit der Prozesse im Landwirtschaftlichen Betrieb ist gut möglich. Hier wird man mit besonderen Lebenssituationen und Problemen unserer Zeit konfrontiert, die zum Großteil entscheidende Veränderungen in der Gesellschaft bedeuten (Gentechnik, Verbraucherverhalten, Globalisierung, alternative Energiequellen, Umweltkatastrophen wie Rinderwahn, Vogelgrippe, Gammelfleisch etc.). Die Praktikanten werden so an ein Lebensgebiet herangeführt, das ihnen die geistige Situation ihres Zeitalters vermitteln kann, wie kaum ein anderes.
Die Landwirtschaft hat die Aufgabe unsere "Lebens"-mittel zu schaffen,  Kulturlandschaften zu erhalten und den lebendigen Organismus Erde zu bewahren. Sie ist ein bedeutender Teil unserer Lebensgrundlage.

Mit einem bewusst durchlaufenen Schülerpraktikum können Kenntnisse und Fertigkeiten erworben werden, die sich bei folgenden Praktika oder bei der Berufswahl auszahlen.....z.B.:

  • sich auf ungewohnte Lebens - und Arbeitsverhältnisse einstellen
  • ohne Anleitung durch Bücher selbständig zu beobachten und weiterzufragen
  • neue und wechselnde Aufgaben schnell und sachgerecht zu lösen
  • um der Sache Willen durchzuhalten, wenn es schwerfällt
  • mit anderen reibungslos und fair zusammenzuarbeiten
  • Verständnis für soziale, ökologische und technische Zusammenhänge entwickeln (vernetztes Denken)
  • sparsamer, gezielter Einsatz von Mitteln (z.B. Energie, Ressourcen etc.)
  • Umgang mit der Zeit (bewußter, gekonnter Umgang mit Rhythmen, Zeiten der Stille, Zeitmanagment)
  • Einfühlung, Achtsamkeit , Selbstwertgefühl für sich selbst und andere Wesen entwickeln


und vieles mehr

Während des Praktikums wird ein Praktikumsbericht mit einer Agrararbeit in schriftlicher Form verfaßt, der bis zum vereinbarten Termin abgegeben werden muß. Der Praktikumsbericht soll nach einer vorgegebenen Form verfaßt werden.
Am Ende des Praktikums wird der / die Schüler/in in Form eines Zeugnisses und eines Kompetenzbogen vom Betriebsleiter beurteilt. Das Zeugnis wird dem Abschlußzeugnis Klasse 9 beigefügt.
In der Woche nach dem Praktikum werden die Erlebnisse der Schüler/innen an einem Schüler / Eltern Abend den Eltern von den "Praktikanten" kurz vorgestellt.

Das erste Praktikum im Bereich Landwirtschaft / Gartenbau wird vom Gartenbaulehrer vor/nachbearbeitet und durchgeführt und ist in das Fach Gartenbau eingebunden. Die Klassenbetreuer stehen helfend und beratend zur Seite.

Einige Wochen vor dem Praktikum werden die Eltern in einem Elternabend noch ausführlich  über das Landwirtschaftspraktikum informiert
Die Schüler sollen alleine oder zu zweit für die Zeit von 3 Wochen auf die Betriebe gehen, dort während der ganzen Zeit in der Betriebsfamilie mitarbeiten und mitleben. Wer  alleine geht, wird das Erlebte sicher noch intensiver erfahren. In der zweiten Woche werden die Praktikanten vom Gartenbaulehrer oder einem Klassenbetreuer auf dem Betrieb besucht.



Entlassfeier der

Abschlussklasse 2010
u. MR Schüler/Innen

Freitag 23.07.10
9.00 u.

16.00 Uhr  Enfällt!!!