In ein Elternhaus hineingeboren, das der Waldorfpädagogik sehr nahe steht, war ich selber Waldorfschüler (vom Herbst 1968 bis zum Frühjahr 1972 in Rendsburg/Schleswig-Holstein und anschließend bis zum Abitur im Frühjahr 1982 in Ulm/Baden-Württemberg). Gerne erinnere ich mich heute an meine wunderbare Schulzeit mit all den künstlerisch-praktischen Fächern zurück.   Zunächst in meiner Berufswahl noch unentschlossen, leistete ich bis Dezember 1983 am Altenpflegeheim Johanneshaus in Niefern/Öschelbronn erst einmal meinen Zivildienst. In dieser Zeit wurde mir klar, dass ich den Beruf des Schreiners/Tischlers ergreifen möchte. Mit dem Gesellenbrief in der Tasche, führte mich mein Lebensweg im November 1987 in die (damals noch) ?Inselstadt? Berlin,  wo ich an verschiedenen Tischlereien meinen Beruf ausübte, unter anderem über zwei Jahre auch an der Firma C.Bechstein (Pianoforteherstellung). Besonders erwähnt sei auch das hautnahe Miterleben des gewaltigen weltgeschichtlichen Ereignisses vom 9.November 1989, dem Fall der Mauer. Schnell wurde diese immer interessanter werdende, weltoffene Riesenmetropole mit ihrem quirligen Alltag, vielfältigen Kulturleben aber auch ihrem wunderbaren Umland zu meiner Heimat, der ich 16 Jahre treu blieb. Anfangs ließ ich in Berlin meine Waldorfvergangenheit ruhen und widmete mich ganz dem Tischlerberuf. Mit der Zeit wurde mir ein inneren Wunsch, mich wieder näher mit der Anthroposophie zu beschäftigen, immer deutlicher und so besuchte ich von August 1999 ab den dreijährigen Einführungskurs in die Anthroposophie und die Pädagogik Rudolf Steiners, geleitet von Herrn Peter Tradowski. Im Frühjahr 1994 machte ich mich als Tischlergeselle selbständig und führte eine kleine Zweimann-Tischlerei, die ich genau 10 Jahre lang am Leben hielt. Zunehmend befriedigte mich diese Tätigkeit mit all dem gnadenlosen Konkurrenzdruck der ?freien? Wirtschaft jedoch nicht mehr. Außerdem wurde die Auftragslage immer schwieriger. Daher begann ich, neue Wege zu suchen und entschloss mich, bestärkt durch meine Berliner Freundin Anke Semsrott, endlich eine alte Berufsidee aus der Schulzeit aufzugreifen und meine inzwischen gesammelten vielfältigen handwerklichen Erfahrungen in den Beruf des Werklehrers an einer Waldorfschule einfließen zu lassen. Um den Weg dorthin vorzubereiten, besuchte ich ab August 2004 ein Jahr lang die Meisterschule an der Handwerkskammer Berlin. Im Herbst 2005 fertigte ich mein Meisterstück, einen großen Schreibtisch in Esche und wurde, nachdem alle erforderlichen Prüfungen erfolgreich bestanden waren, Anfang November 2005 als Tischler-Meister freigesprochen. Nun ging es daran, die Zelte in Berlin abzubrechen und schon einen Monat später begann mein Studium am Pädagogischen Seminar an der Rudolf Steiner-Schule Nürnberg, das ich im Juli 2007 beendete. Da meine finanzielle Situation sehr schwierig geworden war, ermöglichte mir die Seminarleitung aufgrund meiner Vorkenntnisse und Fähigkeiten, parallel zum 2.Ausbildungsjahr schon Werkunterricht zu geben. Durch eine Seminaristin aus meinem Kurs, die auf der Suche nach einer Arbeitsstelle unsere Schule hier in Hassfurt besichtigte, erfuhr ich von der vakanten Werklehrerstelle, bewarb mich umgehend und mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 nahm ich meine Lehrtätigkeit an unserer jungen Freien Waldorfschule in den Mainauen auf.



Entlassfeier der

Abschlussklasse 2010
u. MR Schüler/Innen

Freitag 23.07.10
9.00 u.

16.00 Uhr  Enfällt!!!