Bigband:
Donnerstags 19:30 Uhr

Neu: Die Slams der 10.Klasse

Ich habe einen Traum. Vielleicht hast du den auch schon mal gehabt.


Ich träume von einer Welt ohne Krieg. Ich träume von einer Welt ohne Folter, ohne Diktatur, ohne Steuern und ohne Werbeunterbrechung.
Ich träume von guter Musik im Radio, und direkt nach den Nachrichten sollen fünf Minuten lang nur blökende Schafe zu hören sein, um dem ganzen mehr Tiefe zu verleihen.
Ich träume davon, dass Leute, die mich anrufen, um mit mir über meinen Telefonanbieter/Kfz-Versicherer/Mathelehrer oder über meine Meinung als Kunde/Konsument/Idiot oder gar über meinen wirklichwirklichsuperdupertollen Kreuzfahrtgewinn zu sprechen, dass diese Leute selbst einmal eine ganz lange Reise unternehmen.
Ich träume von einer Welt, in der Islamisten sich nicht mehr in die Luft sprengen. Das ist doch ganz schlechte Publicity für den Gottesstaat! Überhaupt träume ich von einer Welt, wo niemand mehr irgendwas sprengt, höchstens noch irgendwas Tolles meine Vorstellungskraft.
Ich träume von einer Welt, in der ich für alles genug Zeit hab, und wenn ich mal nicht genug Zeit habe, dann leih ich mir welche und zahl sie in den ultralangen Sommerferien mit Zins und Zinseszins zurück.
Ich träume von einer Welt, in der viel mehr Leute auf der Straße pfeifen und viel weniger an der Straßenecke stehen und singen. Ich träume von einer Welt, in der jeder soviel wiegt, wie er gerne möchte, dann gibt es den Jojo-Effekt nur noch für die ganz Unentschlossenen.
Ich träume von einer Welt, in der alles besser ist, ruhiger, entspannter, heller – aber nicht zu hell, ich möchte nicht geblendet werden – ich träume von einer Welt mit ganz vielen coolen Sonnenbrillen, ich träume von einer Welt, in der in einem Fußballspiel durchschnittlich 10 Tore fallen, und in Nahrungsmittel sollen wieder natürliche Stoffe verwendet werden und nicht irgend so ein Zeug, das mir aus dem Chemieunterricht bekannt sein könnte, wenn ich nicht von einer Welt träumen würde, in der Chemie auf freiwilliger Basis unterrichtet wird.

Ich habe einen Traum. Vielleicht hast du den auch schon mal gehabt. Dass alles mal ruhig wird. Dass alles mal kurz aussetzt. Dass ich nachts durch die Straßen laufe und zehntausend Gedanken in meinem Kopf habe, die ich selbst nicht verstehe, und die Sterne leuchten, und der Mond leuchtet. Dass niemand mehr dieses Lächeln aus dem Gesicht bekommt und alle lächeln und sagen: „Ja, es ist gut so.“ Ich habe einen Traum. Ich habe einen Traum, dass, wenn ich das nächste Mal „ich habe einen Traum“ sage, du sagen kannst: „Ich auch!“
Ich habe einen Traum...., dass das ganze lange verlorene Warten bald ein Ende hat und wir endlich dort ankommen, wo wir hingehören.