|  Seit November 2006 unterrichten die Klassenlehrer der Freien Waldorfschule in Mainauen in den Klassen 1- 3 nach dem Konzept des "Beweglichen Klassenzimmer".
Aufgrund der gemachten Erfahrungen möchte die Lehrerkonferenz ein Unterrichten im "Beweglichen Klassenzimmer" weiterführen. Der jeweilige Klassenlehrer der 4. Klassen entscheidet dann selbst, wie lange er nach dem Konzept des "Beweglichen Klassenzimmers" unterrichten möchte. Dennoch wird es nicht als Schulkonzept übergestülpt. Im Einzelfall entscheidet der Klassenlehrer ob er sich damit identifizieren kann. Nur die authentische Vermittlung des Konzepts berührt die Kinder und schafft die Grundlage für eine freudvolle Motivation des Lehr- und Lernenden.
Klassenzimmereinrichtung: Im Wesentlichen ist das Klassenzimmer äußerlich geprägt durch die kleinen Sitzbänke, auf denen bis zu vier Kinder sitzen können und bis zu drei Kinder schreiben oder malen können. Zum Arbeiten an den Bänken sitzen die Kinder auf 45x45 cm großen, mit Dinkelspreu gefüllten Kissen, die sehr kompakt (2,5-3kg) sind und ein Höchstmaß an Stabilität gewährleisten. In der Regel sitzen die Kinder so, dass die Knie den Boden berühren und die Unterschenkel sowie der Fußrücken aufliegen (Die Kinder sitzen wie auf einem Sattel). Das eigentliche Gewicht lastet aber auf den Kissen, die Wirbelsäule ist gestreckt, bzw. leicht gekrümmt, ähnlich wie auf einem Stuhl. In einem großen Regal mit jeweils drei Fächern, findet jedes Kind Platz zum Verstauen des Schulranzens, der Straßen- bzw. Hausschuhe und der Unterrichtsgegenstände (Flöte, Heft, Stiftmäppchen, usw.). Ein Teppich im Klassenzimmer verschönert nicht nur die Raumatmosphäre und dämpft das Hallen, sondern bietet auch vielfältige Möglichkeiten sich auf ihm zu bewegen. Zwei Turnmatten und andere Bewegungsspielgeräte komplettieren die Ausstattung. Die Sitzkissen finden als Sitzgelegenheit, Fußbänkchen aber auch als Spiel- und Unterrichtsmaterial Verwendung. So können mit den Sitzkissen in der Mitte Zahlenhaufen, Zahlenhäuser, Zahlentürme und Zahlentreppen gebaut werden. Die Kinder können z.B. anschaulich das Wachsen der Zahlentreppe von 1-12 mitverfolgen. Es ist für alle spannend, mitzuverfolgen, ob es dem Mitschüler gelingt sieben oder mehr Kissen aufeinander zu türmen, ohne dass sie umfallen. Besonderes Vergnügen bereitet es den Kindern zum Schluss die Kissentreppe hinaufzusteigen und mit oder ohne Hilfe der letzten Stufe hinunter springen zu dürfen. Durch den freien Raum in der Mitte des Klassenzimmers ist auch der Einsatz eines Zahlenteppichs zum Erlernen der Einmalleinsreihen im Hüpfen und Springen.
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